Biologie

Ausbildung

Thematischer Schwerpunkt meiner biologischer Ausbildung war die „Pflanzensoziologie“ (ähnliche Begriffe: „Geobotanik“ oder „Vegetationskunde“). Stark verkürzt beschäftigt sich die Pflanzensoziologie mit der Frage, wo welche Pflanzen typischerweise miteinander „vergesellschaftet“ auftreten und vor allem: – WARUM? – .

Nahaufnahme von einigen eng aneinanderstehenden Exemplaren von Silbergras (Corynephorus canescens) an einer Düne. Um das Silbergras herum zu sehen sind außerdem einige Flechten und Moose und im Hintergrund zunehmend unscharf weitere Dünenvegetation. Im oberen Drittel unscharf blauer Himmel mit Wolken.
Silbergras (Corynephorus canescens)
Nahansicht Kaktusmoos (Campylopus introflexus) zwischen Flechten der Gattung Cladonia (Cladonia floerkeana mit roten Fruchtkörpern). Im trockenen Zustand stehendie Spitzen der Moosblättchen, die wie Glashaare erscheinen, mehr oder weniger senkrecht zur vertikalen Achse des Mooses ab, was den deutschen Namen "Kaktusmoos" erklärt.
Kaktusmoos (Campylopus introflexus) zwischen Flechten mit roten Fruchtkörpern

Im Mittelpunkt meiner Untersuchungen standen – oft sehr flechten- und moosreiche – Silbergrasfluren (Silbergrasrasen) auf sandigen, meist nährstoffarmen Böden der Binnen- und Küstendünen sowie das „Kaktusmoos“ Campylopus introflexus, ein „Neubürger“ hier in Europa, der ursprünlich aus der südlichen Erdhalbkugel stammt.

IMAG0016_b
previous arrow
next arrow

Hier einige Impressionen aus flechtenreichen Silbergrasfluren, erstellt mit einer Handy-Kamera (HTC U11 life).

Die folgende Liste von Veröffentlichungen gibt einen Überblick über die Fragestellungen und Forschungen im Rahmen meiner Abschlussarbeit zum Diplom-Biologen sowie der sich anschließenden Promotion.

  • Daniels, Fred J.A, Biermann, Rüdiger & Christiane Breder (1993). Über Kryptogamen-Synusien in Vegetationskomplexen binnenländischer Heidelandschaften. Ber. Reinhold-Tüxen-Ges. 5: 199-219.
  • Biermann, R., Breder, C., Daniels, F., Kiffe, K. und S. Paus (1994). Heideflächen im Raum Munster, Lüneburger Heide: eine floristisch-pflanzensoziologische Erfassung als Grundlage für Pflege- und Optimierungsmaßnahmen. Ber. Naturhist. Ges. Hannover 136, 103-159.
  • Biermann, R. & F.J.A. Daniëls (1995). Campylopus introflexus (Dicranaceae, Bryopsida) in flechtenreichen Silbergrasfluren Mitteleuropas. In: Daniels, F.J.A., Schulz, M. & J. Peine (eds): Flechten Follmann, 493-500. Univ. Cologne.
  • Biermann, Rüdiger, Breder, Christiane, Daniëls, Fred J.A. & Karl Kiffe (1995). Flechten und Moose als Indikatoren bei der Bewertung von Heiden. Natur u Landschaft 70 (6), 247-251.
  • Biermann, Rüdiger (1996). Campylopus introflexus (Hedw.) Brid. in Silbergrasfluren ostfriesischer Inseln. Ber. Reinh.-Tüxen-Ges. 8, 61-68.
  • Biermann, Rüdiger & Fred J.A. Daniels (1997). Changes in a lichen-rich dry sand grassland vegetation with special reference to lichen synusiae and Campylopus introflexus. Phytocoenologia 27(2), 257-273.
  • Biermann, Rüdiger (1998). Vegetationsökologische Untersuchungen der Corynephorus canescens-Vegetation der südlichen und östlichen Nordseeküste sowie der Kattegatinsel Læsø unter besonderer Berücksichtigung von Campylopus introflexus. Mitt. Arbeitsgemeinschaft Geobotanik i. Schleswig-Holstein u. Hamburg 59.
  • Biermann, Rüdiger, Daniels, Fred, Kohl, Ralph und Ortrun Krüger (1998). Dauerflächen-Untersuchungen im SperguloCorynephoretum. Ber. Inst. Landschafts- Pflanzenökologie Univ. Hohenheim, Beiheft 5, 46-53.
  • Biermann, R. (2000). Phytodiversität von Kryptogamen-Dominanzbeständen in Corynephorus canescens-Vegetation der Nordseeküste. Ber. Reinhold-Tüxen-Gesellschaft 12, 389-392.
  • Biermann, Rüdiger & F.J.A. Daniels (2001). Vegetationsdynamik im SperguloCorynephoretum unter besonderer Berücksichtigung des neophytischen Laubmooses Campylopus introflexus. Braunschweig Geobot. Arbeiten 8, 27-37.
  • Biermann, Rüdiger & Karl Kiffe (2002). Noteworthy finds of macrolichens along the west coast of Jutland and on the isle of Læsø (Denmark). Herzogia 15, 141-145.

„Bestimmen lernen online“

Das BMBF-Projekt „Bestimmen lernen online – Botanik“ (2001 – 2004) war ein Verbundprojekt der Universitäten Münster, Bochum, Kiel, Jena und Regensburg in Verbindung mit dem Zeichner Jens Cristian Schou (Hobro, DK) und der Firma DIS – Informationssysteme (Osnabrück). Ziel war es, praxisnahe Pflanzenbestimmungsübungen für Studierende der Biologie online zu ermöglichen. Im Fokus stand die didaktische Aufarbeitung und Gestaltung der Bestimmungsschlüssel sowie kontextbezogener Hilfestellungen (interaktive Verknüpfungen von Texten und Abbildungen).

Hier ein einfaches Beispiel anhand der „Großen Sternmiere“ (Stellaria holostea): um botanische Fachbegriffe bestimmten Strukturen in einer Blüte eindeutig zuzuordnen, werden sie hervorgehoben, wenn sich der Mauszeiger über dem Fachbegriff befindet: Kronblätter (Petalen, hier fünf, tief gespalten), Griffel (Stylus, hier drei), Staubblätter (Stamina, hier zehn), Fruchtknoten (Ovar).

Stellaria holostea Stellaria - Kronblätter Stellaria - Griffel Stellaria - Staubblätter Stellaria - Fruchtknoten

Als Mitarbeiter des damaligen Ökologiezentrums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel war ich verantwortlich für die Bearbeitung der Familien Fabaceae (Hülsenfrüchtler, Schmetterlingsblütler), Lamiaceae (Lippenblütler),Scrophulariaceae (Braunwurzgewächse), Boraginaceae (Raublattgewächse), Rosaceae (Rosengewächse), Solanacea (Nachtschattengewächse) und Violaceae (Veilchengewächse).